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STONE AGE THRILLER

Tatort Talheim – 7000 Jahre später: Archäologen und Gerichtsmediziner ermitteln: Fast schon vergessen, wurden 1983 in einem privaten Garten in Talheim bei Heilbronn archäologische Funde gemacht, die einen brutalen Überfall auf eine jungsteinzeitliche Dorfgemeinschaft enthüllten. Die Bewohner wurden getötet und in einem Massengrab ohne erkennbare Grabrituale verscharrt.

Als Betreiber von mehreren Steinbrüchen liegt es in unserer DNA diesem Massaker in der Steinzeit und zugleich unmittelbaren Nachbarschaft nachzugehen. In Kooperation mit der Gemeinde Talheim, möchten wir diesem Sensationsfund in den 80ern eines Talheimers wieder mehr Aufmerksamkeit schenken und in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken.

Gemeinde Talheim

15.09.2023

Wer fand was?

Der Weingärtner Erhard Schoch wollte im Frühjahr 1983 ein Frühbeet „tieferlegen“ und stieß dabei auf den grausigen und zugleich faszinierenden Fund. Die Skelettteile lagen in einer etwa drei Quadratmeter großen Grube kreuz und quer. In den 7000 Jahren wurden die Knochen auf rund zwölf Zentimeter Höhe zusammengepresst.

Gefunden wurden die Überreste von 34 Menschen: neun Männer, sieben Frauen und zwei Erwachsene unbestimmten Geschlechts. Diese waren zwischen 20 und 60 Jahren alt. Die gefundenen 16 Kinder und Jugendlichen waren in einer Altersspanne von zwei bis 20 Jahren. Die meisten wiesen unverheilte Schädeltraumata auf.

Gesteinsschichten sind wie Jahresringe. Auf der markierten Gesteinsschicht fand das Massaker ungefähr statt. Archäologisch betrachtet, somit erst vor kurzem.

Der Fall wirft Fragen auf:

Wer verübte den Überfall auf die Dorfgemeinschaft von Talheim? Wo befanden sich die Häuser der 34 Opfer? Weshalb wurden die Toten ohne jegliche Grabrituale in eine Grube geworfen?

Die Skelettreste der 34 Menschen wurden gründlich von Archäologen, Anthropologen und Gerichtsmedizinern untersucht. Zahlreiche Spuren von stumpfer und scharfer Gewalteinwirkung wurden entdeckt. Die meisten Personen wurden von hinten erschlagen und konnten sich offenbar nicht verteidigen.

Die ausgegrabenen Knochen liefern den Experten wertvolle Informationen über das Leben der Opfer. Größe, Geschlecht, Krankheiten, besondere Körpermerkmale und Verwandtschaftsbeziehungen konnten bestimmt werden. Eine zentrale Figur des Fundes ist eine Frau mit ausgeprägtem Hüftleiden. Die Position der Knochen in der Grube zeigt Wachstumsstörungen, eine Stirnhöhlenentzündung und Verletzungen im rechten Handgelenk.

Die Knochen erzählen Geschichten über Lebensweise, Ernährung und Krankheiten.

Interpretationen eines Massengrabfundes

Die Frakturen einiger Opfer weisen auf Silexklingen hin, ein Hiebwerkzeug der damaligen Zeit. Pfeilschüsse sind ebenfalls belegt. Daher dürfte die Tat bei guten Lichtverhältnissen geschehen sein.

Aufgrund der Vielzahl von Schädelbrüchen am Hinterkopf und der Altersstruktur der Gruppe sowie der Art der Bestattung ohne rituelle Elemente wird vermutet, dass die Täter die Gruppe wahrscheinlich am Morgen oder aus dem Hinterhalt überfallen und die Opfer anschließend begraben haben. Da die Verletzungen am Hinterkopf überwiegen, ist anzunehmen, dass die Opfer wenig Widerstand geleistet haben und größtenteils im Schlaf oder auf der Flucht erschlagen wurden.

Dass es auch in der Steinzeit soziale Spannungen gab, wird durch diesen Fund deutlich.

Der Zahnschmelz verrät, dass die Toten zu drei unterschiedlichen Gruppen gehörten. Nur eine davon war heimisch. Interessant ist, dass unter der heimischen Gruppe keine Frauenknochen gefunden wurden. Das könnte auf einen sogenannten Frauenraub hindeuten. Warum sich aber noch eine weitere Gruppe am Tatort aufhielt, dazu gibt es keine bekannten Deutungen.

Quellenangaben:

Museum Herxheim

Wikipedia

Museum im Deutschhof

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